Jan Essig

24.04.2019
3 min Lesezeit

Heute gebe ich mir die Kante...

Heute gebe ich mir die Kante...

... aber nicht im herkömmlichen Sinne (Festzeltstimmung an „ein Prosit der Gemütlichkeit“ Festzeltstimmung aus), sondern im Rahmen der REHAU Kantentagen als einer von mehreren Vortragenden. Der Tag wurde aufgeteilt in drei Blöcke. Los ging es am Vormittag in Schopfloch bei der HOMAG mit den letzten Vorbereitungen der einzelnen sechs Stationen, die den Besuchern einen Einblick rund um das Thema Kante und Digitalisierung geben sollten. #edgeisdigital war die Message, die die Kunden bei unterschiedlichen Use Cases permanent begleitete und auch praktisch demonstriert wurde. Nach einem kurzen Ortswechsel ging es am Nachmittag für alle Teilnehmer mit dem zweiten Block weiter. Unterschiedliche Vorträge rund um das Thema „Digital“ standen auf dem Programm. Julian Spöcker stellte in diesem Rahmen nochmals tapio vor. Der dritte und letzte Block, der legendäre Kantenschmaus hatte keine wirklich Agenda 😉

Während meiner Anfangszeit bei tapio wurde mir bewusst wie Digitalisierung und Maschinen, also aktive Assets, die Daten generieren, zusammenpassen. Aber wie passen passive Assets, also Materialien oder Werkzeuge, die keine eigenen Daten generieren, in die unendliche Geschichte der „Digitalisierung“? Das Zusammenspiel von aktiven und passiven Assets war lange Zeit eher ein theoretisches Konstrukt (jeder kennt den Klassiker „was wäre, wenn…“), welches an den Kantentagen zum ersten Mal zum Leben erweckt wurde.

Wir von tapio waren zu viert vor Ort und u.a. für zwei der sechs Stationen mit verantwortlich. Die erste Station stand ganz im Fokus der Rehau Integration in das tapio ServiceBoard. Durch eine Live Demonstration wurde den Besuchern gezeigt, wie durch nur eine Applikation Servicetickets an unterschiedliche Servicepartner gesendet werden können. Im Falle REHAU simulierten wir eine fehlerhafte Kante während eines Produktionsprozesses. Gemeinsam mit den Besuchern wurde ein Serviceticket eröffnet. Kurze Beschreibung des Problems, die Kantennummer abgescannt und drei Bilder geschossen und fertig war das Ticket. Oftmals können kleinere Probleme schon anhand der Bilder und Beschreibung gelöst werden. Sollte dies nicht möglich sein, besteht mit dem ServiceBoard die Möglichkeit, eine Video Diagnose mit dem REHAU Servicemitarbeiter zu starten. Als dann plötzlich Alex (REHAU Anwendungstechniker) auf dem großen Bildschirm erschien – LIVE -, hatten wir alle Besucher auf unserer Seite und ein leises, ehrliches „WOW“ begleitete den Beginn der Videodiagnose. Über die direkte Kommunikation mit REHAU können Probleme mit der Kante direkt gelöst werden, ohne dass ein Servicetechniker vor Ort sein muss. Die Vorteile lagen auf der Hand und mussten den Kunden nicht noch im Detail aufgezeigt werden. Die Stationen zwei bis fünf zeigten weitere Beispiele rund um das Thema #edgeisdigital.

Angelangt an Station sechs tauchte wieder eine Person mit einem schwarzen Pulli und dem tapio Schriftzug auf sowie Felix von der HOMAG als auch Matthias von REHAU. Wie zu Anfang kurz erwähnt, wurde aus dem theoretischen Konstrukt des Zusammenspiels von aktiven und passiven Assets nun etwas greifbares und bekam an Station sechs seine eigene Bühne. The Stage is yours… Besucher hörten zum ersten Mal Wörter wie tadamo (tapio data reference model), intellisettings und Rehau Kantenbandassitent. Fragezeichen in den Gesichtern der Besucher, denn keiner hatte zuvor etwas davon gehört oder gesehen. Die Fragezeichen verschwanden aber sehr schnell, sobald die Demonstration startete. Man nehme ein Kantenband von REHAU, scannt den QR Code auf der Kante mit der intellisettings App und erhält kantenspezifische, also eindeutige, Daten aus tadamo in der App Oberfläche. Nun kann der Maschinenbediener die Daten mit nur einem „Klick“ in der App an die HMI der HOMAG Edgeteq übertragen. Magie? Nein. Eher das perfekte Zusammenspiel unterschiedlicher tapio Partner in einem Ökosystem auf der gleichen technologischen Basis. Der Maschinenbediener kann die gesendeten Daten anschließend in ein Maschinenprogramm laden und die Produktion starten. Can I get an Amen? AMEN

Auf den REHAU Kantentagen war es wirklich sehr schön zu sehen, was gemeinsam in einem offenen Ökosystem in der Holzbranche erreicht werden kann, wie der Kunde und dessen Nutzen im klaren Fokus stehen und das aus dem Buzzword „Digitalisierung“ ein Wort mit praktischer Schlagkraft entstanden ist. tapio setzt alles auf einen neutralen Ansatz, der den Weg für eine gemeinsame, partnerschaftliche digitale Zukunft ebnen soll und dadurch der Kunde jetzt schon einen sehr großen Mehrwert bekommt, aber auch zukünftig bekommen wird. Ich freue mich auf weitere Veranstaltungen unserer Partner, bei denen wir gemeinsam aus Vision Realität machen.

In diesem Sinne ein Prosit nicht der Gemütlichkeit, aber ein Prosit auf all die Unternehmen, die sich der Herausforderung der Digitalisierung annehmen und nicht allein diesen Schritt gehen, sondern gemeinsam mit uns und all unseren Business Partnern gehen werden. Prost!

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